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Wenn die Kaiser Idell auf H.R. Giger trifft

Als Grosser Fan von Kaiser Idell, H.R. Giger und Heroes war es für mich gestern Abend eine Freude und Überraschung die drei vereint für einen Lampenblogbeitrag anzutreffen.

Ich war gerade dabei mir die 6. Episode der 2. Staffel von Heroes anzusehen da betrat Peter in Montreal ein verrammeltes Ladengeschäft. Und was sehen Er seine Freundin und ich da auf einer Spiegelkomode?
Etwas dass auf den ersten Blick unweigerlich an eine Kaiser Idell President erinnert aber einen auch sofort an das krankgeniale Hirn von H.R. Giger denken lässt.

Kaiser Idell

Heroes

„Die“ sieht einfach immer gut aus.

Sie ist halt doch, wenigstens meine Königin der Schreibtische.

Bei ebay habe ich nach langer Ersteigerungs- und Schnüffelabstinenz mal wieder kaiser Idell als Suchworte eingegeben – und es hat sich gelohnt, ich stiess auf dieses verrostete Kellerfundstück. Der Verkäufer stellete mir auf Anfrage sogar größere Bilder als bei ebay zur verfügung. DANKE an dieser Stelle.

Ach ja, nebenbei – Grüße an Güde ;-) (vieleicht bekomm ich ja mal einen Text in der Rubrik „lichte Texte“ von Ihr)…

Aber nun zurück… Ist Sie nicht sogar in diesem Zusatnd wunderschön?!

Kaise idell

Der Verkäufer versicherte, daß es keine durchgerosteten Stellen gebe und das „Gute Stück“ nach Aufarbeitung wieder im alten glanz erstrahlen könne. ICH GLAUBE IHM, und andere wohl auch – Sie ging für über 100,- Euro über den virtuellen Flohmarktstandtisch.

lampenfieber – „in NICHT eigener Sache“

Heute möchte ich mal Aktiv einen „Artikel“ anbieten den wir zwar garnicht in unserem Shop verkaufen, bzw. möchte hier als Vermittler auftreten. Es geht um ein ganz besonderes Schmuckstück, eine Kaiser Idell aus alter Zeit.

Für einen unserer treuen Blogleser möchte ich dass das Schöne Stück in gute Hände kommt.

Das Besondere an dieser Kaiser Idell ist, dass sie nach Recherchen und Korrespondenz mit Herrn Hemesath wohl zu einer der wenigen noch existierenden Sonderanfertigungen zählt, die Kaiser damals vor allem in den 30er jahren für Großkunden wie zum beispiel für die Reichsbahn produziert hat. Die Kunden wünschten oft ein Weglassen der so Typischen Kaiser Idell Prägung im Leuchtendom (zu sehen in Abbildung 2).

kaiser Idell

Kasier Idell

Wer also Interesse hat schreibt es in die Kommentare oder mailt mich direkt an. Ich stelle dann gerne den Kontakt her.
Preis ist Verhandlungssache.


NACHTRAG
Der Besitzer der Leuchte hat mir mitgeteilt, dass ein vermeindlicher Fachmann zu wissen glaubt, dass dieses Model doch jüngeren Datums ist (ca. 1970er jahre)? hmm, also mir wär´ es egal, ganz ehrlich. Idell ist Idell

Kaiser Idell


Kaiser Idell

Das Konzept
Der Name “idell” wurde möglicherweise von „Idee“ und “Dell“ abgeleitet. Ab 1934 entstand in Zusammenarbeit von Christian Dell und der Lampenfabrik Gebr. Kaiser & Co. in Neheim das Arbeitsleuchtenkonzept „KAISERidell“, dem nur wenige, wesentliche Bauelemente zu Grunde liegen. Die Entwicklung folgte schon damals dem heute gebräuchlichen Satz „Form follows function“, und die Kaiser-idell überzeugt deshalb besonders durch ihre formale Geschlossenheit. Seit ihrer Markteinführung im Jahr 1935 gilt sie als außergewöhnlich gelungene Synthese von ästhetischer und technischer Vollendung. Das stromlinienförmige Design erwies sich als zeitlos schön und hat im Laufe der Jahrzehnte nicht an Aktualität verloren.

Dell entwickelte aus dem Grundmodell „idell“ eine komplette Serie von Arbeitsleuchten, die den unterschiedlichsten funktionalen Anforderungen genügen sollte: Neben der „Tischleuchte mit Sockelplatte“ entstanden, zusätzlich zu zweiflammigen Modellen, auch Klemmleuchten mit verschiedensten Befestigungsmodulen, Pendelleuchten mit variablen Schirmgrößen und Scherenleuchten mit Wandbefestigung.

Gestalterische und funktionale Merkmale
Bestimmendes gemeinsames Merkmal aller Modelle ist der aus Stahlblech gefertigte asymmetrisch-runde Lampenschirm mit einem Durchmesser von 28,5 cm, dessen harmonische Form sich im Leuchtenarm wiederfindet. In die ebenfalls aus Metall gefertigte Fassungstülle ist der Schriftzug „ORIGINAL KAISERidell“ geprägt. Die runde Form des Schirms und seine weiße Innenlackierung ermöglichen eine optimale Lichtstreuung. Ursprünglich wurde die Kaiser-Idell in den Originalfarben Schwarz, Schwarzgrün und Elfenbein angeboten. Die Schirme wurden von Hand nasslackiert. Weitere Farben kamen erst ab der fünfziger Jahre hinzu.

Kaiser Idell

Auch die Gelenke der idell sind in Form und Funktion einzigartig und ein wesentliches Merkmal dieser Leuchte. So ist zum Beispiel der Lampenschirm durch ein Kugelgelenk mit dem Leuchtenarm verbunden ; ein Erkennungsmerkmal, dass zu der damaligen Zeit bei keiner anderen Leuchte zu finden war. Das Kabel wird durch die Kugel geführt, um Abschleifungen zu vermeiden. Ganz besonders besticht auch die Anschraubklemme des unteren Kippgelenks, das den Leuchtenarm fixiert: Sie vermittelt optisch einen ebenso eleganten wie robusten Eindruck. Insgesamt zeichnen sich die gestalterisch schlicht gehaltenen Gelenke durch eine ungewöhnliche Flexibilität aus und ermöglichen den außergewöhnlich varationsreichen Einsatz der idell.

Kaiser Idell

Der Leuchtenarm besteht aus handpoliertem Messing. Nach der sorgfältigen Silberverlötung mit den Gelenkteilen wird er im abschließenden Arbeitsgang hochwertig verchromt, ebenso wie sämtliche Gelenke und Verschraubungen der idell.

Kaiser Idell

Aus poliertem und verchromtem Messing besteht auch der Dekorring des runden Leuchtenfußes. Dessen innenliegende Gussplatte gewährleistet die hervorragende Standfestigkeit der idell und vervollkommnet ihr optisches Gesamtbild. Bei einem Gesamtgewicht der idell von ca. 4 Kilo schützt eine dicke Filzschicht unter der Grundplatte des Fußes empfindliche Stellflächen.

In der Lampenfabrik Gebr. Kaiser & Co. wurden die Leuchten fast 50 Jahre lang (bis 1980) in Handarbeit hergestellt. Schriftliche Unterlagen zum Entwicklungs- und Produktionsprozess der idell bei Kaiser & Co. existieren heute nicht mehr, weshalb auch die genauen Verkaufszahlen unbekannt sind. Die idell-Leuchten sind inzwischen begehrte Sammlerstücke. Mit viel Glück findet man sie heute vereinzelt noch auf Flohmärkten oder Internetauktionen.

Kommissarleuchte

Weitere Fotos:
flickr

Christian Dell


Christian Dell

Christian Dell

Quelle: wikipedia.de

Christian Dell wurde 1893 in Offenbach am Main geboren. Von 1907 bis 1911 ließ er sich bei J. D. Schleißner in Hanau zum Silberschmied ausbilden. Parallel zu dieser handwerlichen Ausbildung besuchte er die Zeichenakademie Hanau. Er vollendete seine Ausbildung 1912 bis 1913 als Student Henry van de Veldes an der Großherzoglich Sächsischen Kunstgewerbeschule Weimar.

Von 1918 bis 1920 arbeitete er als Geselle und Silberschmiedemeister für Hestermann & Ernst in München und ging anschließend in die Silberschmiede Emil Lettrés in Berlin. Anschließend kehrte er nochmals für ein Jahr an die Zeichenakademie Hanau zurück.

Im Anschluss an seinen Militärdienst war er von 1922 bis 1925, in enger Zusammenarbeit mit László Moholy-Nagy, Werkmeister der Metallwerkstatt am Bauhaus Weimar. Schon in dieser Zeit entstanden viele Entwürfe für Büro- und Arbeitsleuchten aus Metall, die von überflüssigen Schnörkeln befreit waren. 1926 wurde ihm die Leitung der Metallwerkstatt der Frankfurter Kunstschule übertragen, und Dell entwickelt die Tischlampe „Rondella-Polo“ und die Idee zum multifunktionalen System der „Idell“-Serie. Zum Ende des Jahrzents begann Dell, Harnstoffharze (Aminoplaste) und Bakelit zu nutzen. Nicht zuletzt die neuartige Verwendung bekannter Werkstoffe macht ihn zu einem Vorreiter des Kuntstoffdesigns.

Seine akademische Laufbahn wurde 1933 jäh durch seine von den Nationalsozialisten veranlasste Entlassung aus der Kunstschule beendet. Trotz mehrerer Angebote von Walter Gropius, in die USA zu emigrieren, entschied sich Dell dafür, in Deutschland zu bleiben. Er intensivierte seine Arbeit an Beleuchtungskörpern, die er nun unter anderem auch für die Lampenfabrik Gebr. Kaiser & Co. in Neheim-Hülsten entwarf. Auch die Firmen Rondella und Koranda, später gefolgt von Bünte & Remmler, starteten mit der Massenproduktion seiner Leuchten.

Christian Dell kehrte in späteren Jahren zu seinen handwerklichen Wurzeln zurück, um Silberwaren herzustellen und ein Juweliergeschäft aufzubauen, das er von 1948 bis 1955 in Wiesbaden führte. Seinen Lebensabend verbrachte er bis zu seinem Tode im Jahr 1974 in privater Zurückgezogenheit.